Scanner-Schrank


Was man mit dem Innenleben von Druckern und Scannern anfangen kann ist ja bereits auf Surasto beschrieben (z.B. PC Hotwire). Dieser Artikel gibt eine Anregung, wie man das Gehäuse eines Scanners umfunktioniert.

Ein Heim fürs NAS

Um endlich mal alle Daten zentral zu halten, haben wir uns ein NAS (Network Attached Storage) angeschafft. Die Netgear ReadyNAS 102 box sollte möglichst unauffällig an einem kühlen Ort verschwinden. Ideal erschien der Vorratskeller, in dem schon der Hausanschluss für Strom und Telefon ist.
Allerdings sollte die NAS-Box nicht einfach so ungeschützt in einem Regal herumstehen - also musste eine Art Schaltschrank her. Da die Netgear-Kiste LEDs zur Anzeige von Statusinformationen hat, sollte der Schrank eine Glastür haben. Und hier kommt der Scanner ins Spiel...

Bild "Scanner_Keller.jpg"

Hybrid aus Holz und Scannergehäuse

Da die üblichen Flachbettscanner recht schlank sind, haben wir den NAS-Schrank aus Resopal-beschichteter Spanplatte gebaut. Lediglich die Tür lieferte der Scanner.

Ausschneiden der Tür

Nach Abschrauben der oberen Gehäusehälfte des Scanners, in der die Glasscheibe eingebaut ist, haben wir diese mit einer Stichsäge auf die passende Breite gekürzt. Wer einen sehr breiten Schrank haben möchte, kann diesen Schritt auch weglassen, muss sich dann aber etwas Anderes für das Scharnier einfallen lassen (siehe unten).

Bild "Scanner_Gehaeuse1.jpg"Bild "Scanner_Gehaeuse2.jpg"

Ein normales Sägeblatt für Holz funktioniert sehr gut. Mit mittlerer Drehzahl schneiden, da sonst der Kunststoff des Scannergehäuses zu stark schmilzt. Am besten lassen sich die Schnittkanten mit einem fein eingestellten Hobel glätten. Schleifpapier und Feile machen dann den Feinschliff.

Die Reste des Scanners kann man sicherlich später noch für ein anderes Projekt verwenden...

Bild "Scanner_Stepper.jpg"

Die Kiste

Den Holzkasten haben wir aus Resten von Regalböden gefertigt. Eine Handkreissäge ist hilfreich aber man kann die Schnitte auch mit einer Stichsäge hinkriegen. Noch einfacher geht es, wenn man sich die Teile im Baumarkt zuschneiden lässt.
Die Maße der Kiste ergeben sich natürlich aus denen des Scannergehäuseteils. Diese Scannertür sollte so auf der Kiste aufliegen, dass die Kiste rundherum nur ca. 2mm übersteht.
Da der Schrank kurz unter der Decke hängen sollte, wurden nur die unteren und vorderen (sichtbaren) Kanten mit Resopalanleimern versehen.

Bild "Scanner_Schrauben.jpg"

Der Einfachheit halber haben wir die Seitenteile einfach verschraubt und die Schrauben dann unter Kunstoffkappen versteckt. Das würde man bei einem Wohnzimmermöbel nicht machen - für einen Schaltschrank sollte das ausreichen.

Das Scharnier

Die linke Seitenwand der Kiste haben wir ca. 40mm überstehen lassen (siehe Bild). Dadurch spart man sich die Montage eines Scharniers. Zwei Rundkopfschrauben mit 5mm Durchmesser dienen als Lager. Damit die Tür sich drehen lässt, müssen die Kunststoffgehäusekanten an dieser Seite abgerundet werden (siehe Bild).
Auf der gegenüberliegenden Seite haben wir die Seitenwand bewusst nicht über den Kistenrand hinaus verlängert um einen komfortablen Luftschlitz zu lassen. Denn schließlich sollen die edlen Festplatten ja nicht überhitzen.

Bild "Scanner_Wand.jpg"Bild "Scanner_Wand1.jpg"

Bild "Scanner_Scharnier.jpg"   Bild "Scanner_offen.jpg"

Halt die Klappe

Damit die Tür geschlossen bleibt, bieten sich die üblichen Magnetschnäpper für Möbel an. Im Kunststoff der Tür wird der Magnetteil mit Senkkopfschrauben M3 montiert, während die Gegenplatte in die Stirnseite der Holzkiste mit Spanplattenschrauben 3x17 befestigt wird.

Bild "Scanner_Magnet1.jpg"Bild "Scanner_Magnet2.jpg"

Hängt ihn auf!

Natürlich könnte man eine Rückwand einbauen, an der man den Schrank dann aufhängt. Ist aber nicht unbedingt nötig. Wir haben uns dafür entschieden auf der Oberseite zwei Aluwinkel anzubringen, die in den Stirnseiten der Seitenwände verschraubt sind. Das garantiert einen soliden Halt auch ohne Rückwand.

Bild "scanner_komplett.jpg"

Viel Spaß beim Nachbauen...