Gardena-Hack


Bild "Gardena_Komplett.jpg"

Bei diesem Hack ging es darum, diesen schönen Kantenschneider vor dem Elektroschrott-Ende zu retten und gleich noch eine technische Verbesserung vorzunehmen.

Das Problem


Irgendwie war es jahrzehntelang möglich, Akkugeräte zu verkaufen, die überhaupt keine Ladeschaltung besaßen. Sogar dieses Markengerät von Gardena folgte dem simplem Prinzip, bei dem ein Widerstand zwischen Ladespannung und Akku dafür sorgte, dass der Ladestrom beim Laden langsam zurückgeht, bis er beim Erreichen der angelegten Spannung aus dem Netzteil Null wird.
Natürlich hängt viel davon ab, dass das Netzteil genau die Ladeschlussspannung hat.
So lädt man NiCd-Akkus nicht. Üblicherweise bestimmt man den Abschaltzeitpunkt dadurch, dass man dU/dt misst und bei einem negativen Wert den Ladevorgang beendet.

Bild "Gardena_Problem.jpg"

Natürlich haben das die Akkus nicht sehr lange überlebt. Die einfache Lösung wäre ein Austausch gegen neue NiCd Akkus gewesen aber das macht ja keinen Spaß. Durch die hohe Selbstentladung findet man den Kantenschneider üblicherweise immer leer vor - oder man lässt ihn dauerhaft am Ladegerät, was den frühen Akkutod bedeutet bei dieser primitiven Lademethode.

Bild "Gardena_alteAkkus.jpg"  

Umbau auf LiPo

Aus einem abgebrochenen Industrieprojekt sind uns größere Mengen Lithium-Akkus in die Hände gefallen. Die 7.2V der sechs NiCd Zellen lassen sich so mit zwei Lithium-Akkus (2 x 3.6V = 7.4V) gut erreichen.

Bild "Gardena_LipoAkkus1.jpg"

Vom Gehäuse befreit und an den Lötfahnen auf einer Seite zusammengelötet

Bild "Gardena_LipoAkkus2.jpg"

An die beiden freien Lötfahnen auf der anderen Seite habe ich die blaue Minusleitung und die rote Plusleitung angelötet. Außerdem braucht man für das Ladegerät einen dreipoligen Stecker, bei dem an den beiden äußeren Polen Plus bzw. Minus des Akkus angeschlossen ist und am mittleren Pol eine Verbindung zum Mittelanschluss der beiden Akkus hergestellt wird - Also dort, wo die beiden Lötfahnen miteinander verlötet wurden.

Bild "Gardena_AkkuWires.jpg"

So kann der Akku mit den beiden dickeren Kabeln an die beiden Pole des Kantenschneiders angelötet werden, an denen vorher der NiCd-Akku angeschlossen war.

Allerdings sollte man den Akku noch verpacken. Hierzu verwende ich passenden Schrumpfschlauch, den ich mit der Heißluftpistole auf die Akkus schrumpfe. Vorher beklebe ich die Stirnseiten mit Isolierband, damit auch alles kurzschlusssicher ist.

Bild "Gardena_Schrumpfschlauch.jpg"

Bild "Gardena_SchrumpfschlauchFertig.jpg"

Eingbautes Ladegerät

Richtig cool wird die Sache, wenn man von außen nichts von der baulichen Veränderung sieht. Ich bin auf eine LiPo-Ladegerät gestoßen, das zwei in Serie geschaltete Zellen laden und dabei überwachen kann.
Man bekommt es bei den einschlägigen Auktionsseiten unter dem Namen: 2S-7-4V-LiPo-Akku-Balance-Ladegeraet-mit-Steckernetzteil

Bild "Gardena_LipoLader.jpg"

Bild "Gardena_AkkuConnected2.jpg"

/!\ Wichtig: Da das Ladegerät im Kantenschneider verschwinden soll, muss es permanent am Akku angeschlossen sein. Es besteht die Gefahr, dass es den Akku im ausgeschalteten Zustand entlädt. Also unbedingt den Innenwiderstand des Ladegeräts messen. In meinem Fall waren es einige Megaohm, so dass es Jahre dauert, bis der Akku leer ist.

Bild "Gardena_Verdrahtung.jpg"

Das Bild oben zeigt die komplette Verdrahtung. Hierbei habe ich auch die vorhandene Ladebuchse verwendet. Am Ladegerät konnte ich einen Hülsenstecker ohne Gehäuse verwenden und den Klinkenstecker für das Gardena-Gerät an das Ladekabel löten.

Presspassung - Vielen Dank an den Gardena-Designer

Unglaublich, der Akkupack lässt sich ganz tief in das Gerät schieben, so dass das Ladegerät genau in den Schacht des ursprünglichen Akkuschachts passt. Rundherum ist noch nicht einmal ein Millimeter Luft.

Bild "Gardena_PasstPerfekt.jpg"

Bild "Gardena_PasstPerfekt1.jpg"

Einschränkungen

Durch den passgenauen Einbau des Ladegeräts kann man die LEDs nicht mehr sehen.

Lithium-Akkus mögen es nicht unter 2.5V entladen zu werden. Eine Tiefentladung unter diesen Wert zerstört sie. Daher haben die meisten Geräte eine Unterspannungsabschaltung, die ich hier allerdings weggelassen habe. Ich muss also aufhören zu mähen, wenn das Schneiden etwas langsamer wird. Sollte das im Betrieb ein Problem werden, dann bauen ich noch einen Komparator ein.

Bild "Gardena_HackKomplett.jpg"